Gemeindeleben

Albertus-Kinder „zuhause bei Gott“

Kita auf Entdeckungsreise durch Bensheims Kirchen.

Die Besichtigung von mehreren zur Gemeinde St. Georg gehörenden Gotteshäusern war unlängst Teil der Stadterkundung der Kindertagesstätte St. Albertus. Die Pfarrkirche St. Georg ist den Kindern von Gottesdiensten, die während ihrer Kindergartenzeit teils mitgestaltet wurden, und von einmal im Jahr stattfindenden Kirchenführungen vertraut.

Albertus-Kinder zuhause bei Gott

Unter der Themenstellung „Komm’, wir entdecken die Kirche“ lernten die Kinder im Rahmen der Bibelbande die einzelnen zur Pfarrei zugehörigen Kirchen und Kapellen noch intensiver kennen. Auf diese Weise bestand Gelegenheit, sich mit der eigenen Religion auseinander zu setzen.

Einblick in die Sakristei

„Ein ganz besonderes Haus“ ist beispielsweise die Pfarrkirche St. Georg am Marktplatz. Kaplan József Belényesi, der die Führung übernommen hatte, nahm die Kinder sogar zu einem Rundgang in die Sakristei mit. Die Sakristei dient den Pfarrern nicht nur als Vorbereitungs- und Umkleideraum, sondern dort wird alles aufbewahrt, was für die Lesung einer Messe notwendig ist, beispielsweise die Gewänder für die Priester, die Stola, liturgische Bücher und Kerzen, die eine besondere „Licht-Stille“ ausstrahlen. Sogar ein Einblick in die „Kirchenschätze“, unter anderem Kelche und Hostienschalen, wurde gewährt. Ist das Weihwasser zum Waschen da? Diese Frage stellte sich den Kindern beim Anblick des Taufbeckens. Kaplan Belényesi erklärte, dass das Weihwasser – zu den Sakramenten zählend – ein Segenszeichen ist. Mit ihren eigenen Händen „erfassen und entdecken“ konnten die Albertus-Kinder die Kirchensäulen im Inneren des Gotteshauses sowie den Altar, an dem der Gläubige „Gott ganz nah ist“.

Dickes Mauerwerk ertastet

„Eintreten, einfühlen, eintreten“ lautete die Losung auch an der Hospitalkirche in der Fußgängerzone, die ebenfalls mit allen Sinnen erforscht wurde. So tasteten sich die Kinder im Wortsinn an das Gebäude heran, die immensen Abmessungen des Gotteshauses wurden mit einer „Menschenkette“ erahnt. „Details beleuchtet“, etwa die Kirchenbänke, wurden mittels Taschenlampen. Die Steine der Außenfassade wurden mit allen zehn Fingern gefühlt, Strukturen wie die dicken Kirchenmauern beim Malen festgehalten. Beeindruckend auch die Kirchenfenster innen wie außen mit ihren farbenintensiven Glasmalereien.

Pater Äneas brachte auf kindgerechte und verständliche Weise den Kindern der Albertus-Kita die Klosterkirche näher. „Zuhören und Staunen“ hieß es auch hier bei einem Einblick in die Sakristei der Franziskaner. Die Kinder lernten unter anderem Weihrauch und die praktischen, langstieligen Kerzenanzünder kennen. Ein Zugang zu dem sensiblen Thema „Tod“ wurde mit einem Besuch der Friedhofskirche gefunden.

Auch für die Eltern wurde eine „Kirchenführung der anderen Art“ angeboten. Pfarrer Thomas Groß begrüßte hierzu zahlreiche Eltern vor der Pfarrkirche St. Georg – und wies auf die Bedeutung der beiden Drachen am Eingang hin: „Alles Böse bleibt draußen.“ Die vier Evangelisten und die Rosette (großes kreisrundes Fenster über dem Portal) verkünden Gottes Botschaft. Beim Gang durch das Kirchenschiff erläuterte Groß, dass „Gott das Licht schenkt“: Die durch die großen Rundbogenfenster „einfallende Sonne durchflutet jeden Morgen das Kircheninnere und erhellt den Altarraum“, erläuterte der Dekan den tieferen Sinn.

Der Tisch der Gemeinschaft

Unter Orgelmusik am Altar, dem Zentrum einer jeden Kirche, angekommen verdeutlichte Pfarrer Groß, dass „die Gegenwart Gottes deutlich zu spüren ist“. „Leben“, betonte der Stadtpfarrer, „heißt, sich einlassen auf Dynamik, Veränderung und Entwicklung“. Der Altar symbolisiert nach seinen Worten den Tisch der Gemeinschaft – sowohl den der Kirchengemeinde als auch im übertragenen Sinne den zu Hause. Das in St. Georg am Abend der Kirchenführung angestrahlte Kreuz, das durch die Schattenwirkung dreifach reflektiert wurde, symbolisiert keineswegs das Ende des Lebens, so Groß, sondern die Auferstehung, ein Leben nach dem Tod also. Die Verbindung zwischen Himmel und Erde, für die die Kirche steht, wurde auf diese Weise deutlich. Bei Gesängen von Pfarrer Groß und einem Gebet war eindringlich spürbar, dass die Kirche auch ein Raum des Rückzugs und der Stille ist. Das Gehörte und Gesehene konnte im Anschluss an die Kirchenführung bei einem geselligen Gedankenaustausch im Pfarrzentrum vertieft werden.

Gemeinsamer Familiengottesdienst

Den Abschluss des Kirchen-Projekts bildete Anfang November ein gemeinsamer Familiengottesdienst, der unter der Überschrift „Zuhause bei Gott“ gefeiert wurde. Zeit, den Alltag zu verlassen und sich in eine andere Welt zu begeben. Auch ein Modell einer Kirche inklusive Kirchenfenster konnte bestaunt werden, das in der Kindertagesstätte an der Heidelberger Straße getreu dem Motto „Konstruieren und bauen“ unter Zuhilfenahme von großen Kartons und Schachteln gebaut wurde.