Gemeindeleben

Hilfe für das ärmste Land der Welt – Sankt Georg hilft in Zimbabwe

Sankt Georg hilft in ZimbabweVor über einem halben Jahr hat man es in Zimbabwe aufgegeben die Inflationsrate zu berechnen. (Im Juli 2008 waren es 231 Millionen Prozent) Mittlerweile gibt es nichts mehr zu kaufen, auch nicht auf dem Schwarzmarkt, höchstens vielleicht für US Dollars.

Am 10. Januar war ein US Dollar noch 25 Milliarden Zim-Dollars wert, doch das ändert sich täglich. Konnte man am 1. Januar für eine 10 Milliarden Zim-Dollar Note noch 20 Leib Brot kaufen, waren es am 10. Januar weniger als ein Halbes Brot.

Die Hälfte der Bevölkerung ist vom Hungertod bedroht und Zehntausende haben sich seit November mit der rapide um sich greifenden Cholera infiziert. Fast 2.000 Todesopfer forderte diese eigentlich einfach zu begrenzende und zu bekämpfende Seuche. Erst jetzt im Januar sind einige internationale Hilfstrupps im Land zugelassen worden – ein Tropfen auf den heißen Stein. Ein Stück Seife, das wichtigste Hilfsmittel um mit einfachen hygienischen Maßnahmen die Seuche einzudämmen, kostet einen Arbeiter einen halben Monatslohn, aber bei 80 % Arbeitslosigkeit sind solche Berechnungen wohl müßig.

Es gibt keine funktionierenden Krankenhäuser, denn das Personal wurde monatelang nicht bezahlt und erscheint nicht mehr auf der Arbeit, wie auch, wenn die Busfahrt dorthin mehr kostet, als der Lohn wäre, wenn man ihn denn bekäme. Mit den Schulen steht es ähnlich. Das momentane Schuljahr ist aus dem Kalender gestrichen, und die Schulen bedenken, ob sie nur noch Schulgebühren in US Dollar zulassen, doch wer hat in diesem Land US Dollar?

Das sind nur einige wenige Beispiele, wie dort der Alltag aussieht, wo man selbst in den Städten pro Woche nur wenige Stunden Strom hat und sauberes Wasser schon lange eine Rarität ist, denn nach jahrelanger Trockenheit erlebt das Land eine rekordverdächtige Regenperiode, deren Höhepunkt im Januar/ Februar liegt und die Ende März abflacht. Das wertvolle Nass fällt zwar vom Himmel, aber die Brunnen sind durch die geplatzten Abwasserrohre und die ausgeschwemmten Choleraleichen verseucht. Dies betrifft mittlerweile nicht nur die Metropolen wie Harare sondern sämtliche Zimbabwischen Bundesstaaten.

Da man weder Pakete schicken, noch Geld überweisen kann, ist es nur möglich durch direkte Kontakte und persönliche Hilfe überhaupt etwas zu erreichen. Deshalb wird Anfang März eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des Weltladens von Sankt Georg nach Harare fliegen und so viele Hilfsgüter wie möglich, (insbes. Medikamente) mitnehmen. So kann man sicher sein, dass die Spenden z.B. vom „Happy Birthday Jesus – Gottesdienst“ dort ankommen und sofort sinnvoll und segensreich eingesetzt werden können. Beim Weihnachtsgottesdienst der neuen und anderen Art kamen immerhin 968,73 Euro zusammen, dazu kommen 1.000 Euro vom letztjährigen Solidaritätsessen am missio-Sonntag und eine Reihe kleiner privater Spenden.

Abgesehen von der materiellen Hilfe spielt allerdings eine ganz andere Komponente eine wesentliche Rolle beim Besuch in diesem Katastrophengebiet: Im Gegensatz zu früheren Aufenthalten, wird es sich in diesem Jahr nicht um eine Urlaubsreise oder einen Freundschaftsbesuch handeln, sondern um ein Hoffnungssymbol für die geplagten Menschen dort. Seit Jahren müssen sie den Eindruck haben, die Welt habe sie vergessen. Lange war das ja auch der Fall. Vor wenigen Jahren wussten wohl nicht viele, wo Zimbabwe überhaupt liegt. Erst jetzt durch das vermehrte Medieninteresse wurde die Aufmerksamkeit wieder dorthin gelenkt. Diesen Menschen zu zeigen „Ihr seid nicht vergessen!“ „Wir denken an Euch, wir beten für Euch!“ Das ist nicht viel, aber wir tun, was wir können, auch wenn wir uns angesichts der Ausmaße des Elends ohnmächtig fühlen. Und gerade jetzt, obwohl es nicht schön ist, kommt jemand zu Euch.