Gemeindeleben

Religiöse Begegnung von Christen und Muslimen für Frieden und Zusammenhalt in Bensheim

thomas-grossDie katholische Kirche hat im Zweiten Vatikanischen Konzil zum Dialog der Christen mit den Muslimen ermutigt, in dem auch das Gebet in Gegenwart des anderen möglich ist. So freue ich mich sehr, dass am 9. Mai 2009, im Rahmen des Interkulturellen Festes, zum ersten Mal in Bensheim eine Gebetsbegegnung von Christen und Muslimen auf unserem Marktplatz stattfindet, bei dem für ein friedvolles Zusammenleben in unserer Stadt gebetet werden wird.

In religiösen Begegnungen können Christen und Muslime erfahren, dass ihr Leben trotz unterschiedlicher Gottesvorstellungen auf den einen Gott ausgerichtet ist. Sie sind von Gott in ihrem jeweiligen Glauben zu gegenseitiger Achtung und darüber hinaus zum Einsatz für Frieden und die Respektierung der Menschenrechte berufen und verpflichtet. Aus Rücksicht auf die unterschiedlichen Gottesvorstellungen (der christliche Glaube an den dreifaltigen Gott stimmt nicht mit dem muslimischen Gottesbild überein) wird deshalb auf das gemeinsame Beten verzichtet, doch werden die Vertreter der verschiedenen Religionen aus ihrer eigenen Tradition heraus sprechen. Diese Veranstaltung ist also weder ein gemeinsamer Gottesdienst, noch eine so genannte interreligiöse Feier. Wir sprechen hier von „religiöser Begegnung“. Diese Bezeichnung ist der Pluralität der Glaubensvorstellungen angemessener und weckt keine irreführenden Vorstellungen.

Ich freue mcih auf diese religiöse Begegnung. Möge sie und das gemeinsame Fest dem Zusammenleben der Menschen verschiedener Kulturen in unserer Stadt gut tun und uns daran erinnern, dass wir alle einer gemeinsamen Bestimmung verpflichtet sind: die eine Familie Gottes zu bilden.

Thomas Groß, Pfarrer