Gemeindeleben

Von Sankt Georg nach St. Joseph’s – Die Spenden sind in Zimbabwe angekommen

Im Dezember/ Januar berichteten wir mehrfach über die katastrophalen Zustände im afrikanischen Zimbabwe. Beim Gottesdienst der neuen und anderen Art zu Weihnachten, „Happy Birthday Jesus“, und bei verschiedenen Aktionen des Weltladens wurden Spenden für das derzeit ärmste Land der Welt gesammelt. Die Lebenserwartung dort ist momentan die niedrigste der Welt.

Sie ist 34 Jahre für Männer und 37 Jahre für Frauen. Kein Wunder, nachdem das gesamte Gesundheitssystem zusammengebrochen ist und eine Choleraepedemie bei 100.000 gemeldeten Fällen mehr als 10.000 Opfer forderte.

Anfang März machte sich Doris Kellermann, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Weltladen-Teams unserer Gemeinde auf den Weg um insgesamt mehr als 3.000 Euro aus Bensheim und diverse andere Geldmittel dorthin zu bringen. Ein guter Zeitpunkt, denn selten wurde Hilfe dringender benötigt. Ende Februar wurde die zimbabwische Währung abgeschafft. In den Läden kann man nur noch mit Fremdwährung bezahlen. Bisher verhungerten die Menschen, weil es keine Nahrungsmittel gab. Jetzt gibt es Importware in den Geschäften und die Menschen verhungern auf der Straße weil sie die Devisen nicht haben, um Lebensmittel zu kaufen. Woher auch bei 90 % Arbeitslosigkeit? Jetzt im März wurden die Gehälter in US$ ausbezahlt. Eine Krankenschwester oder ein Lehrer verdient 100 US$, ein Hilfsarbeiter 20 US$. Deshalb werden in der privaten Klinik St. Joseph`s in Chishawasha, die von den Maria-Ward Schwestern unterhalten wird, nicht nur lebensrettende Medikamente sondern auch Nahrungsmittel ausgegeben. Die meisten werden gekauft (in Botswana zum  Beispiel) oder auch frisch im klinikeigenen Garten produziert. Für das Geld aus Bensheim kann man eine ganze Menge Lebensmittel kaufen. Zum Beispiel kostet eine Tonne Mais 425 Euro, eine Tonne Bohnen 1.200 Euro, eine Tonne Porridge 575 Euro. Dreiviertel der zimbabwischen Bevölkerung sind von Lebensmittelhilfen abhängig und ohne diese direkt vom Hungertod bedroht. Viele suchen Hilfe bei kirchlichen Einrichtungen, denn diese sind die einzigen, die noch funktionieren, nachdem alle staatlichen Strukturen kollabiert sind.

In der vorbildlich geführten Klinik in Chishawasha werden täglich mehrere Babys in diese hoffnungslos erscheinende Situation hineingeboren. Die Wochenstation wurde in den letzten Jahren professionell ausgebaut. Die Mütter wissen oft nicht, wie sie den Säugling und seine Geschwister satt bekommen sollen. Was für ein Glück, dass die Schwestern durch die vielfältige Unterstützung aus Deutschland in der Lage sind, die schlimmste Not zu lindern und vielen Menschen neben medizinischer Versorgung Hoffnung und Trost geben. Sr. Goretti, die die Klinik leitet, bedankt sich im Namen aller Patienten und Mitarbeiter herzlich für die finanziellen Mittel, aber auch für die Gebete und alle guten Wünsche, die sie immer wieder auch aus Bensheim erreichen.