Gemeindeleben

Firmung 2010 in Sankt Georg

Ich möchte ihnen nun einen kleinen Überblick geben, wie die Vorbereitungen für den heutigen Tag der Firmung abgelaufen sind, so dass Sie als Familie und die Gemeinde einen Eindruck von dem Weg bekommen, den die Jugendlichen in den letzten Monaten gemeinsam mit ihren Katecheten gegangen sind.

Am 5. Dezember trafen wir uns alle zum ersten Mal hier im Pfarrzentrum zur Auftaktveranstaltung, bei der auch die Eltern dabei waren. Dort konnten alle das Konzept der Firmvorbereitung kennen lernen und erfahren, dass der Kurs aus mehreren unterschiedlichen Bausteinen besteht. Ein wesentlicher Baustein natürlich: die wöchentlichen Gruppenstunden mit den Katecheten in Gruppen von 8-10 Jugendlichen. Die Jugendlichen sollten sich ja mit sich, ihrem Glauben und der Kirche auseinandersetzen.

Aber wie gehe ich z.B. konkret mit der Zusage der Taufe um, dass ich Gottes geliebte Tochter bzw. Gottes geliebter Sohn bin. Wie, wann und wo kann ich dieses Liebe konkret in meinem Alltag spüren? Wie gehe ich mit ihr um? Wozu drängt mich diese Liebe? Diesen Fragen gemeinsam mit den Jugendlichen nachzugehen , verstanden wir als Firmkatecheten als unsere Aufgabe. Gemeinsam suchten wir nach Antworten, beteten und sprachen von unserer ganz persönlichen Gottesbeziehung und deren konkrete Umsetzung in unserem Alltag. Einige Punkte waren uns dabei ganz besonders wichtig.

Nach der Kennenlern-Einheit beschäftigten wir uns mit vielfältigen Themen und ein bunter methodischer Reigen gestaltete die Gruppenstunden offen und kreativ. Einige Vor-Ort-Termine hinterließen tiefen Eindruck. Der Besuch der Klinik Falkenhof und der Hospizgeschäftsstelle sind dabei besonders zu erwähnen. Dort konnten sich die Firmlinge sehr interessiert und ernsthaft mit den Grenzen des Lebens, mit Leiden, Sucht und all dem Schweren und Belastenden des Lebens auseinandersetzen. Aus der persönlichen Betroffenheit heraus wurden die Gespräche in den Stunden tiefer, konkreter und persönlicher.

Im Januar war der große Jugendgottesdienst hier in St.Georg für alle Firmlinge des Dekanats und auch Ende Februar feierten wir einen schönen Gemeindegottesdienst bevor die Firmlinge nach Maria Einsiedel zum Firmseminar aufbrachen.

Einen Spaziergang der besonderen Art machten die Firmlinge in Maria Einsiedel, die sogenannte „Think about Tour“. Eine Art Pilgerweg der Versöhnung, auf dem sich jeder einzeln im Schweigen über verschiedene Fragen aus dem Leben von Jugendlichen Gedanken machen konnte. In den Firmseminartagen wuchsen die Gruppen noch fester zusammen und eine wirkliche Gemeinschaft entstand unter den Jugendlichen. Dieses „Wenn 2 oder 3 in meinem Namen versammelt sind, dann bin ICH mitten unter Ihnen“ wurde mit Leben und Inhalt gefüllt. Auch in den sich anschließenden Einzelgesprächen und einem meditativen Abendgebet wurden Nähe, Angenommensein und Freiheit erfahren, mit denen die Jugendlichen schon gut umgehen konnten. Gottes Tochter bzw. Gottes Sohn-Sein war nun kein abstrakter Begriff mehr. Er wurde Mit Leben und vor allem mit Erfahrungen gefüllt. Jeder und Jede ist von Gott angenommen, gewollt und geliebt. Trotz aller Schuld und Unzulänglichkeit.

Eine große Bereicherung war auch der Besuch unseres Firmspenders, Generalvikar Giebelmann in Maria Einsiedel. Durch zahlreiche Fragen bekamen die Jugendlichen Einblick in das Leben und Arbeiten des Generalvikars. Daran schloss sich eine ganz besonders dichte „Märchenstunde“ an. Gespannt und konzentriert durften wir der Geschichte des Augustus lauschen. Die Firmlinge haben danach verschiedene Schlußmöglichkeiten formuliert und sind nun sehr gespannt und interessiert das „richtige“ Ende der Geschichte zu hören. Eine rundum erfüllte und erfüllende Zeit in Maria Einsiedel ging zu Ende und die wöchentlichen Gruppenstunden befassten sich nun mit den Themen Jesus Christus, Hl. Geist und Kirche.

Diesen Donnerstag gab es dann noch die Reflexion und Auswertung über den zurückgelegten Weg zur Firmung. Natürlich mußte auch noch für den heutigen Gottesdienst geprobt werden, denn alle sind ein wenig nervös und es soll ja auch der Höhepunkt unserer ganzen Vorbereitung sein. Aber dennoch ist dieser Gottesdienst kein Schlußzeichen. Vielmehr wird mit der folgenden Firmung ein Doppelpunkt gesetzt. Der Weg des Glaubens geht weiter und „Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist“, wie Dietrich Bonhoeffer formulierte. Die Gemeinschaft der Kirche, die Gemeinde St. Georg freut sich auf Euch, auf eure Vorstellungen, Sehnsüchte und eben auch auf eure Tatkraft und wir wünschen euch von Herzen, dass ihr in der Gemeinschaft mit anderen Christen euren Weg mit Christus weitergehen könnt.

von Peco Krieger