Gemeindeleben

Die Lebensberatung wiederbeleben

Es ist nicht in Ordnung, dass die Reichen sich dazu bekennen, Gott zu dienen und zu preisen, gemeinsam Gottesdienst feiern und dabei diejenigen ignorieren und vergessen, denen es schlechter geht. „Sich beschenken lassen und das Geschenkte teilen, gehört zusammen. Wer alles in sich selber hineinisst, wird daran ersticken.“ Mit dieser eindeutigen Botschaft an die Nächstenliebe, angelehnt an die Lesung aus dem Ersten Korintherbrief, schlug Dekan Thomas Groß in seiner Predigt beim Fronleichnamsgottesdienst den Bogen in die Gegenwart.

Viele Gläubige hatten sich vor dem Rathaus versammelt, um mit den katholischen Geistlichen des Pfarreienverbundes Gottesdienst zu feiern, zu singen und zu beten. Im Mittelpunkt der besinnlichen Stunde stand ganz eindeutig der Appell an alle Christen, an alle Bürger der Stadt, „nicht nur Lebenskraft und Liebe Gottes in sich aufzunehmen, sondern sie zu teilen mit denen, denen die Kraft zum Leben fehlt, die benachteiligt sind oder unterdrückt werden.“ Wer überhaupt nicht teilt und auch nicht teilen will, zieht sich das Gericht Gottes zu, der die Anwaltschaft für die Armen und Schwachen übernommen hat, mahnte der Stadtpfarrer.

Dekan Groß richtete sich mit einem ganz konkreten Anliegen, das der breiten Unterstützung bedarf, an die Gläubigen: Es ist die Aufrechterhaltung der allgemeinen Lebensberatung, die bislang vom Caritasverband in Bensheim, jeweils drei Stunden in der Woche, angeboten wurde. Sparmaßnahmen haben den Sozialverband dazu gezwungen, die Beratung zu streichen.

Damit diese wichtige Beratung und Anlaufstelle für Menschen in Notsituationen nicht wegfällt, will der Seelsorgerat, dem die Bensheimer Pfarreien angehören, versuchen, die Drei-Stunden-Stelle für die nächsten drei Jahre zu finanzieren. Die Kollekte an Fronleichnam war ein zweiter Schritt in diese Richtung. Ein erster ist bereits getan: gut die Hälfte des benötigten Gesamtbetrages von 4500 Euro im Jahr liegt bereits auf einem Extrakonto. „Den Rest schaffen wir auch“, zeigte sich Pfarrer Groß optimistisch und rief zu Spenden auf. Entsprechende Überweisungsträger gibt es, Spendenquittungen werden ausgestellt.

Um den Gottesdienstbesuchern vor Augen zu führen, was die Allgemeine Lebensberatung leistet, nannte er Beispiele. Es kommen Arbeitslose, die es nicht allein schaffen, mit dem Geld auszukommen und Mütter, die verlassen wurden oder sich getrennt haben und mit der Versorgung der Kinder überfordert sind. Die Berater sind da für Hartz-IV-Empfänger, die den Bescheid nicht verstehen, für Frauen, die ungewollt schwanger sind und einen Weg suchen, ihr Kind trotz aller Ausweglosigkeit zur Welt zu bringen, oder für Männer und Frauen, die durch eine Trennung in eine psychische Krise geraten sind und Hilfe benötigen.

Quelle: Bergsträßer Anzeiger

 

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St. GeorgKonto Nr. 100 44 56
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St. LaurentiusKonto Nr. 104 55 09

jeweils bei der Sparkasse Bensheim, BLZ 509 500 68

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