Pfarrei

Bensheimer Pfarreien stellen sich neu auf

Am 28. Januar 2014 besuchten Generalvikar Dietmar Giebelmann und Personaldezernent Klaus Forster den Seelsorgerat Bensheim, um die Pläne der Leitung des Bistums Mainz über die zukünftige Strukturierung der katholischen Pfarreien in Pfarreienverbund Bensheim vorzustellen. Ungefähr 35 Vertreterinnen und Vertreter aus Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräten der drei Pfarreien, dem Team der Hauptamtlichen sowie katholischer Institutionen waren gekommen, um mit dem Generalvikar ins Gespräch über die strukturelle und personelle Situation in Bensheim zu kommen. Von Seiten der Ehrenamtlichen war die Sorge über die schwierige Situation vor Ort zuvor in einem Brief an Karl Kardinal Lehmann als Bischof der Diözese Mainz formuliert worden. Ebenso hatte der Generalvikar im Vorfeld zu dem Termin eine Reihe Gespräche mit den pastoralen Mitarbeitern und den Pfarrern geführt.

Zukünftig sollen zwei ähnlich große Einheiten in Bensheim entstehen. Daher wird zum 1. September 2014 eine Pfarrerstelle für St. Georg ausgeschrieben. Der neue Pfarrer von St. Georg wird weiterhin durch einen Pfarrvikar unterstützt, der noch in anderen Bereichen der Seelsorge tätig ist. Ebenso wird die Stelle von der sich in Elternzeit befindenden Gemeindereferentin Birgitta Zahnleiter im laufenden Jahr neu besetzt.

St. Laurentius und Heilig Kreuz bilden Pfarrgruppe

Die Pfarreien St. Laurentius und Heilig Kreuz erhalten den Auftrag, bis zum Sommer 2016 eine Pfarrgruppe zu bilden. Damit werden sie als eigenständige Pfarreien bestehen bleiben, aber ab diesem Zeitpunkt durch einen Pfarrer geleitet werden. Auch dieser wird durch einen Pfarrvikar unterstützt. Die beiden Pfarreien haben nun Zeit, sich bis zum Sommer 2016 zu überlegen, wie die Kooperation aussehen soll. Da keine Fusion angestrebt wird, bleiben beide Verwaltungsräte bestehen, die Organisation von Pfarrgemeinderäten und der pastoralen Arbeit vor Ort kann vielfältig ausgestaltet werden. Die zukünftige Personalausstattung für ganz Bensheim sieht somit zwei leitende Pfarrer, einen Pfarrvikar, einen weiteren Pfarrvikar mit zusätzlichen Aufgaben und 2,5 Gemeindereferent/innen vor.

Der Generalvikar bat die Anwesenden, alle Formen der bisherigen Kooperation weiter zu verfolgen und auszubauen. Er dankte allen Bensheimer Katholiken, die in den letzten Monaten die schwierige Situation mitgetragen und durch ihr Engagement gestützt haben. Ebenso bat er sie, das in Bensheim vorhandene katholische Leben weiter aktiv zu gestalten.

Pfarrer Poggel freute sich über die nun klaren Rahmenbedingungen, die die weitere Arbeit in den Pfarreien wie auch im Pfarreienverbund deutlich erleichtert. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Erfahrungen der letzten Monate auch gute Früchte tragen werden. Ein Mitglied des Seelsorgerates bezeichnete die „Kirche Bensheim“ als lernende Organisation. Durch die anstehenden Veränderungen im Pastoralteam und den Strukturen müssen nun die Ziele des Gemeindeberatungsprozesses, der seit Sommer 2013 läuft und durch die strukturellen Fragen überschattet war, neu bestimmt werden. Daher beschloss der Seelsorgerat im Anschluss an das Gespräch mit der Bistumsleitung, noch vor Ostern wieder zusammenzukommen, um zu vereinbaren, wie der Prozess im Pfarreienverbund weiter gehen soll.

Zum Hintergrund

Im Pfarreienverbund Bensheim leben circa 13.000 Katholiken in drei Pfarreien. Von diesen ist die Pfarrei St. Georg mit den beiden Filialgemeinden St. Andreas in Reichenbach und St. Elisabeth im Ortsteil Schönberg zahlenmäßig am größten. Die beiden Pfarreien St. Laurentius in der Weststadt und Heilig Kreuz im Ortsteil Auerbach zählen beide zusammen ähnlich viele Mitglieder. Insgesamt vier Kindertagesstätten stehen in Trägerschaft der drei Pfarreien. Weitere Katholische Institutionen in Bensheim sind die Liebfrauenschule, die Suchtklinik Falkenhof , das Caritas-Altenheim St. Elisabeth, das Franziskushaus der Caritas (Betreutes Wohnen) und die Ordensniederlassungen der Franziskaner sowie der Congregatio Jesu.

Nach dem Tod von Pfarrer Thomas Groß im Herbst 2012 sollte mit der dann notwendigen neuen Struktur der schon begonnene Prozess des Zusammenwachsens der drei katholischen Gemeinden in Bensheim unterstützt werden. Daher bildeten seit Frühjahr 2013 St. Georg und St. Laurentius eine sogenannte Pfarrgruppe unter Leitung von Pfarrer Harald Poggel; die Pfarrei Heilig Kreuz blieb unter Leitung von Pfarrer Josef Belényesi.

Im Laufe der folgenden Monate zeigte sich, dass die Stadt Bensheim mit den drei Pfarreien und den kirchlichen Institutionen ein komplexes Gebilde darstellt. Dieses bringt sehr unterschiedliche und äußerst differenzierte Aufgaben und Konstellationen mit sich. Gleichzeitig bildet die Pfarrei Auerbach neben der Pfarrgruppe einen relativ kleinen Partner im Pfarreienverbund.