Kirchenmusik

Mäuseglück: Max und die Käsebande im Parktheater

Mehr als 40 Kinder der Singschule St. Georg meisterten ihr Musical „Max und die Käsebande“ am 10. und 11. Juli im Parktheater Bensheim mit Bravour. Besonders Max, der durch Julian Hanser verkörpert wurde, überzeugte durch absolute Textsicherheit und witziges, souveränes Spiel. Wie so oft sind es aber auch scheinbar kleinere Rollen, in denen Kinder besondere Talente offenbaren: Iolanda Steffek als Bösewicht „Rolly Harzer“ begeisterte durch eine besondere deklamatorische Schärfe, die sowohl das gemischte Publikum am Sonntag in Atem hielt als auch das Kinderpublikum am Montag bei der Schulaufführung. Diese war mit über 400 Kindern bestens besucht, aber auch über den Besuch der Premiere konnte nicht geklagt werden.

Lene Vogler wagte sich als Molly Appenzell auf das schwierige Pflaster des Schweizer Dialekts und moderierte mit großer Sicherheit das Treffen der internationalen Käser auf der Burg des Käsekönigs Kurt (mit großer Würde dargestellt vom kleinen Jakob Krampff). Die Käser sahen sich konfrontiert mit der agilen Mäusebande um den Anführer Max, die nachts heimlich Käse stibitzten. Die viel größere Bedrohung durch Rolly Harzer, Yogi Yoghurt (Louis Wendel) und Muffi Münster (Timo Jäger) meistern beide Gruppen schließlich, indem sie sich zusammentun und die Einheitskäsefabrik verhindern. Hier lieferte die Inszenierung eindrucksvolle Bilder: wie 15 Kinder die Arbeit am Käsefließband darstellten und dabei noch bezaubernd sangen, ließ keinen Zuschauer kalt. Das Ensemble aus Don Mascarpone (Annika Meyer) und Prinzessin Mozzarella (Franziska Müller) hatte die Lacher auf seiner Seite, viel Szenenapplaus ernteten auch die solistisch singenden Kinder. Besonders witzig kam die Mäusepolizei rüber, bestehend aus Carlotta Müller und Luca Strohbusch.

Die mitreißende Musik von Peter Schindler, der ja auch selbst mit den Kinder geprobt hatte, verfehlte ihre Wirkung nicht: vom Rock’n Roll über Balladen bis zur Käsepolonaise sangen sich die Kinder in die Herzen der Zuhörer, professionell unterstützt von der dreiköpfigen Combo aus Jorin Sandau (Klavier), Matthias Debus (Bass) und Holger Nesweda (Schlagzeug).

Viele Helfer sorgten für ein kompaktes, klares Bühnenbild, Roland Gärtner für die Tontechnik, Friderike Martens für die stimmliche Präsenz besonders der Solostimmen und Regionalkantor Gregor Knop für Szene und Musik. Eine beeindruckende Inszenierung, die auch die immer aktuelle Botschaft vermittelte: Den Blick zu schärfen, wenn es um Lebensmittel geht. Und für die Kinder: auch mal Appenzeller und Blauschimmelkäse probieren! Die Firma Käse Mühlum jedenfalls spendete für die Pause der Premiere Käsehappen fürs Publikum, die begeistert verkostet wurden.

Für alle, die es verpasst haben: Beim Stadtparkfestival „Vogel der Nacht“ am 28. August findet die dritte Vorstellung statt.