Gemeindeleben, Kirchenmusik

Johann Sebastian Bach: Das Gesamtwerk für Orgel in St. Georg Bensheim – 5. Konzert

Im fünften Konzert seiner Gesamtaufführung des Bachschen Orgelwerkes in St. Georg spielt Gregor Knop am Sonntag, den 22. Oktober 2017 um 19.30 Uhr den zweiten Teil von Bachs frühen Kompositionen.

Das sind Werke, die für den praktischen Gebrauch im Gottesdienst geschrieben sind wie die „Neumeister-Choräle“, aber auch große Kompositionen, die unter dem Einfluss der norddeutschen Orgelmeister entstanden sind. Bach hat ja u.a. eine mühsameReise zu  Dietrich Buxtehude nach Lübeck unternommen, und er ist Georg Böhms Orgelwerken begegnet. Sein Praeludium E-Dur atmet den Geist dieser Orgelschule: Die Paarung Präludium und Fuge, die später bei Bach zum Regelfall wird, ist noch nicht etabliert, vielmehr bestehen die norddeutschen Präludien und Toccaten aus vielen kürzeren Abschnitten, in denen freier Stil (Stylus phantasicus) und Fugentechnik abwechseln. Singulär in Bachs Oeuvre sind sein „Allabreve“ und die „Canzona d-Moll“, die Einflüsse auch aus dem italienischen Raum und von der klassischen Vokalpolyphonie etwa eines Palestrina hören lassen. Bach orientiert sich hier an großen Vokalkompositionen und überträgt sie auf die Orgel. Wie im vierten Konzert der Gesamtaufführung liegt der absolute Hörgewinn im Nachspüren dieser Einflüsse, die ahnen lassen, wie Bach zu seiner unbestreitbaren Größe gefunden hat. Mit ihrem jugendlichen Charme sind die Frühwerke frische, unverbrauchte, mitunter leichter durchzuhörende Musik, die die Beschäftigung auf jeden Fall lohnen.

Der Eintritt ist frei, am Ausgang wird um eine Spende gebeten.