Gemeindeleben

Teklehaimanot trifft Schorsch – was Gastfreundschaft bedeuten kann…

Über 600 eritreische Christen kamen am vergangenen Samstag zu uns nach Sankt Georg um das Fest des Heiligen Teklehaimanot zu feiern. Viele haben bereits beim Pfarrfest das eritreische Essen und die schöne Kaffeezeremonie kennengelernt. „Unsere orthodoxen Glaubensgeschwister sind in unserer Kirche sehr willkommen!“ betont Pfarrer Thomas Catta und ist sichtlich beeindruckt von der religiösen Hingabe und dem Durchhaltevermögen der Gäste aus Afrika. Von Freitagabend bis Samstag Früh wurde in unserer Kirche gesungen, gebetet, getrommelt, getanzt und sogar Theater gespielt. Ungewohnte Klänge und ein ungewohntes Bild, denn der Altar war nach orthodoxer Sitte mit Vorhängen umgeben und die ausnahmslos in weiß gekleideten Gläubigen hatten außer Schirmen und Ikonen auch jede Menge liturgisches Gerät, sowie Trommeln und andere Musikinstrumente mitgebracht.

Die 20 Priester und 30 Diakone waren, wie die Gläubigen, mitunter von sehr weit angereist, und machten den Gottesdienst in der Nacht, sowie das am Morgen stattfindende Hochamt zu einem Erlebnis.

In der Messe wurden nicht nur 5 Taufen und eine Hochzeit gefeiert, sondern auch die Bundeslade, die in der eritreischen Tradition einen besonders wichtigen Stellenwert besitzt, wurde in feierlicher, mit Gesang und Trommelrhythmen begleiteten Prozession durch die ganze Kirche getragen, bevor sie einen extra dafür hergerichteten kleinen Raum, der früher als Beichtstuhl genutzt wurde, ihr neues zu Hause fand.

„Wir sind sehr glücklich, dass unsere Bundeslade in einem so würdigen Raum aufbewahrt werden kann.“ erklärt Aster Walter, die Organisatorin der Mammutveranstaltung. Sicher finden viele Gemeindemitglieder, die regelmäßig die Stadtkirche besuchen, eine eritreisch orthodoxe Bundeslade sehr spannend, deswegen hat die Gemeinde vor, entsprechende Informationsschriften neben dem ungewöhnlichen Aufbewahrungsort auszulegen.

Nach all dem Tanzen, Singen und Beten war die Schar unserer Gäste erstaunlicher Weise nicht besonders erschöpft aber ausgesprochen hungrig. Wie gut, dass fleißige Helfer nicht nur das Pfarrzentrum vorbereitet, sondern auch leckeres Essen für die Menge gekocht hatten. Die KJG, unter Leitung von Michael Dingeldein, hatte ihre größten Zelte auf der Pfarrwiese aufgestellt, so dass alle einen trockenen Platz fanden.

Mit dem Aufräumen konnte noch lange nicht begonnen werden, denn die Gäste fühlten sich so wohl, dass sie gerne bis zum Nachmittag blieben und das sicher nicht zum letzten Mal.

Dass Sankt Georg der geeignete Ort für eine solche Großveranstaltung ist leuchtet ein. So dürfen wir uns wohl in Zukunft auf weitere gemeinsame Aktionen und eine Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zur eritreisch orthodoxen Gemeinde Bergstrasse freuen.