Klänge des Ewigen und der Seele

Datum/Zeit: 4. August 2016 / 20:30

Veranstaltungsort: Sankt Georg, Marktplatz 10, 64625 Bensheim

Chor des Klosters Geghard aus Armenien in Bensheim.

Seltene musikalische Kostbarkeiten werden in der Bensheimer Pfarrkirche St. Georg zu hören sein: Chormusik aus Armenien, dargeboten vom Original-Chor des Klosters Geghard in Armenien. Die acht jungen Damen, begleitet von dem Chorleiter Prof. Mher Navoyan, werden im Rahmen einer Tournee, deren Höhepunkt der Auftritt bei den Salzburger Festspielen 2016 sein wird, bei uns in der Region zu Gast sein.

Chor des Klosters Geghard in Armenien

Der Chor des Klosters Geghard in Armenien ging Jahre 2003 aus dem bereits 2001 gegründeten Frauenchor des Klosters hervor. Er vereint die besten Sängerinnen des Landes. Im Reiseführer von Tessa Kaufmann wird er als „der beste Chor, den man im Kaukasus zu hören bekommt“ beschrieben.

Bekanntlich gibt es eine bis jetzt einmalige UNESCO-Partnerschaft der Weltkulturdenkmäler Kloster Lorsch, Kloster Geghard in Armenien und, Kloster Müstair in der Schweiz. Insbesondere im Rahmen dieser Partnerschaft war der Geghard-Chor, welcher im Kaukasus-Reiseführer „als der beste Chor im Kaukasus“ bezeichnet wird, schon mehrmals in unserer Region. Diesmal wird er ein Konzert vor allem mit geistlichen Liedern, teilweise uralt aus dem 5. Jahrhundert, geben. Das Repertoire wurde speziell für die Salzburger Festspiele zusammengestellt. Alle Sängerinnen sind Absolventinnen der Musikhochschule. Sonntag für Sonntag singen sie die Liturgie im Felsenkloster Geghard in der Nähe von Erwin.

Dass aus dem Osten das Licht kommt, ist eine christliche Methapher. Bei dem Chor des Klosters Geghard darf man das geflügelte Wort wörtlich nehmen: Sie kommen aus dem Osten und sie bringen Licht in die Seelen der Menschen: acht junge Sängerinnen aus Armenien, einem Land, das an die Türkei, an Georgien, Aserbeidschan und an den Iran grenzt.
Armenien ist ein christliches Land – in keinem anderen Land der Welt ist das Christentum so früh zu offiziellen Staatsreligion geworden. Wenig später sieht sich das ‚Land der Steine’, wie die Armenier selbst ihr Land nennen, von muslimischen Mehrheiten umgeben. Ihre Religion und mit ihr auch Sprache, Musik, Literatur und Schrift werden zu entscheidenden Merkmalen kultureller Identität. Bis heute ist das so. Armenische Sakralmusik ist eine der ältesten Formen der christrlichen Musikkultur. Infolge der fürchterlichen Verfolgungen der Armenier vor über 100 Jahren leben viele Armenier heute fern der Heimat. Was sie dennoch eint, ist ihre einzigartige Kultur.
Die Konzerte des Geghard-Chores stiften etwas ganz Seltenes von Anfang an, eine vertraute Gemeinschaft zwischen den Interpretinnen und dem Auditorium. Vieles an dieser wunderbaren Musik scheint hierzulande üblichen Hörgewohnheiten sehr nahe zu kommen, manches aber führt weit drüber hinaus, lässt die uralten historischen Bezüge erahnen: Gesang aus den Tiefen der Jahrhunderte.

Dargeboten werden geistliche Lieder, die uralte Liturgie. Der Chor des Klosters Geghard gehört zwischenzeitlich zu den technisch weltweit besten Chören seines Genres – die lange Liste der internationalen Auftritte und auch die Einladung nach Salzburg zeigen, dass man längst von einem soliden internationalen Renommee dieses Ensembles sprechen darf.

Der Eintritt ist frei, jedoch wird um eine Spende für die Sängerinnen gebeten.