Hospitalkirche St. Joseph

Die Hospitalkirche befindet sich in der Fußgängerzone in der Hauptstraße auf dem Brunnenplatz. Der Codex Lauresham vermeldet aus dem Jahre 817, dass ein gewisser Gisehelm dem Kloster Lorsch eine Kirche in Basinesheim samt Reliquien und dem Mansus, worauf die Kirche erbaut ist, schenkt (Cod. Lauresham T I 342 Nr. 260 22. Juli 817).

HospitalkircheOb diese Kirche dort stand, wo die heutige Hospitalkirche steht, lässt sich nicht sicher nachweisen. Verschiedentlich wurde jedoch die Meinung vertreten, dass es sich um eine Kirche handele, die abgebrochen wurde und auf deren Ruinen die heutige Hospitalkirche erbaut worden sei. Die Erbauungszeit der jetzigen Hospitalkirche dürfte um 1320 liegen. Der Bau entstammt trotz seiner einfachen Formen der entwickelten Gotik, es kann also das 14. Jahrhundert angenommen werden. Am Eingang der Kirche befindet sich die älteste steinerne Urkunde des Hospitals. Es handelt sich um einen Grabstein des Altaristen Henricus. Der Priester ist beinahe in Lebensgröße mit dem Kelch in der Hand auf dem Stein abgebildet. Der Stein trägt die Aufschrift Henricus: auf der rechten Seite steht in römischer Schrift die Jahreszahl 1342. Am 24. Juni 1856 wurde der Boden in der Kirche aufgebrochen, vor allem zur Entfernung von Feuchtigkeit; dabei wurde der Grabstein gehoben. Unter dem Stein befand sich nichts mehr, wahrscheinlich deshalb, weil der Kirchenboden schon mehrmals wegen der Feuchtigkeit erhöht worden war.

Dass Veränderungen in und an der Kirche vorgenommen wurden, ist durch verschiedene Hinweise bestätigt. So zum Beispiel durch einen Eintrag im Renovationsbuch der katholischen Kirche. Der Eintrag hat folgenden Wortlaut: „Anno 1706, Acht-dag vor Pfingsten ist die Allhiesige Hospital Kirch, Zum heylligen Geyst: wiederum von Neuem Eingeweyht worden, durch Ihre hochwürdigste Gnaden, Herrn Edtmundo Gedult, Bischof von Malo, vnt Weyh Bischof zu Mayntz. Vndt ist auch in Anno 1707. Vndt 1708. Jeder Zeit Achtag vor Pfingsten, die Kirchweihung hochfeyerlich, durch ein hohes Ampt. Predigt vndt Vesper, begangen worden.“

Von Bischof Ketteler wurde 1869 ein gründlicher Umbau veranlasst. Er selbst weihte im Jahr 1872 die Kirche aufs neue ein. Kurz zuvor war der sich nach Westen an die Kirche anschließende Männerbau abgebrannt. Die Neueinweihung der Kirche erfolgte zu Ehren des heiligen Josef.

Den Grundriss bildet ein einfaches, ungeteiltes Rechteck, 9 x 16,2 m, mit einem schmaleren Chor an der dem Haupteingang gegenüberliegenden Seite. Die Längsseiten haben je vier, auch der Chor vier Spitzbogen-fenster. Die einschiffige Kirche schließt eine Holzdecke ab. Auf dem Westgiebel sitzt ein schlichtes, beschiefertes Türmchen.

(Aus dem Pfarrarchiv von St. Georg)

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